März 2021

Sieben Ereignisse...

die während einer Pandemie nur in Österreich passieren können

Merlin Mayer (20) studiert Biologie und Politikwissenschaft

Stell dir vor, es sind Massentests und keiner geht hin 

Es hätte die nächste große Heldentat der Regierung sein sollen. Nach wochenlangem Lockdown wollte man im Dezember mit den landesweiten Massentests diejenigen Erkrankten aufspüren, die sich dennoch angesteckt hatten. Der Plan, Österreich so fit für ein „normales“ Weihnachten zu machen ging aber gewaltig in die Hose. Schlussendlich ließ sich nur etwa ein Viertel der Bevölkerung testen und nur wenige Tage später wurde der nächste harte Lockdown nach den Weihnachtsfeiertagen angekündigt.

Weil Schifoan is… 

…das Einzige, was immer erlaubt sein muss. Zumindest wird dieser Anschein erweckt, wenn im harten Lockdown Geschäfte, Restaurants, Hotels, Museen, Zoos und sogar Sportvereine den Betrieb einstellen müssen, die Schilifte jedoch munter weiterfahren. Das Absurdeste daran ist ja, dass diese Maßnahme nicht einmal wirtschaftlich Sinn macht, denn bei einem Besucheraufkommen von nur 10% der normalen Auslastung, müssen die Liftbetreiber noch mehr Verluste hinnehmen, als wenn sie die Gondeln und Schneekanonen diese Saison ruhen lassen würden. 

„Die nächsten Wochen werden entscheidend sein“ 

Das ist wohl der Lieblingssatz unseres Gesundheitsministers. Wer aufmerksam die Nachrichten verfolgt kann ihn nicht mehr hören, denn was er übersetzt bedeutet ist: „Die Infektionszahlen sind noch zu hoch und wir hoffen, dass sie in den nächsten Wochen endlich fallen.“ Bisher ist das leider nur in sehr geringem Ausmaß geschehen. 

„Schau ma mal“ 

Das hat sich die Regierung wohl im September gedacht, als die Infektionszahlen nach dem Sommer, in dem alle dachten, das Schlimmste sei schon vorbei, langsam aber sicher wieder anstiegen. Als die Zahlen schon weit höher waren als im März wurde immer noch abgestritten, dass es einen neuen Lockdown geben würde. Österreich musste erst einen neuen Rekord aufstellen, bevor endlich wirksame Maßnahmen gesetzt wurden – wir waren nämlich kurz das Land mit der höchsten Infektionsrate (7-Tage-Inzidenz) auf der Welt. Jawohl, Erster! 

Ich bin der Anton aus Tirol… 

…und habe einen schlimmen Husten. Egal – Zeit für Après-Ski! Durch den Après-Ski-Cluster aus Ischgl hat Österreich wieder einmal weltweite Bekanntheit erreicht. Sogar die New York Times druckte eine Reportage über das kleine Tiroler Partydorf, von dem aus Covid-19 europaweit verbreitet wurde. Die Tiroler Politiker sagen dazu natürlich: „Wir haben alles richtig gemacht!“ 

Demonstrieren gegen die Maßnahmen und die Impfung 

Liebe Cov-Idioten! Ihr seid gegen Corona-Maßnahmen und ihr seid gegen die Impfung. Das heißt im Umkehrschluss, ihr seid für eine weitere Verbreitung von Covid-19. Dabei muss euch bewusst sein, dass ihr damit die Gesundheit eurer Großeltern, eurer Eltern und wenn ihr Pech habt, auch von euch selbst aufs Spiel setzt. Das Cov-Sars-2-Virus ist nämlich alles andere als harmlos. Das haben mittlerweile alle verstanden, nur ihr nicht. 

British Mutant Ninja Skilehrer 

Tja, Schifahren spielt eine erstaunlich große Rolle in dieser Auflistung. Aber es ist einfach absolut unbegreiflich, wieso 38 Briten hier in Österreich mitten im Lockdown eine Schilehrer-Ausbildung machen können, während ihr Heimatland aufgrund einer neuen ansteckenderen Mutation des Coronavirus im Chaos versinkt. Es war natürlich unvermeidbar, dass sie uns dabei eben jene Mutation mit nach Österreich brachten.