März 2021

„Blue Sky Thinking“

das Debüt einer Künstlerin

Reka Seitz (19) studiert Rechtswissenschaft

Mit nur 19 Jahren hat Rita Hristovski im August 2020 zum ersten Mal einige ihrer Bilder ausgestellt. Unter dem Titel „Blue Sky Thinking“ waren die Bilder der Künstlerin von 5. bis 22. August 2020 im Innenstadtlokal El Très zu sehen. Wie es dazu gekommen ist und welche Gefühle das bei ihr ausgelöst hat, erzählt sie im Interview mit DasHelmut.

„Was ich am Ehesten zeichne, ist im Manga- und Comic-Stil“, erklärte sie. „Ich bevorzuge Aquarell und Buntstifte, Farbstifte, Bleistifte. Seit kurzem mach ich auch Digital Art. Aber das hab ich nach der Ausstellung erst angefangen.“

Rita Hristovski

Die Möglichkeit, auszustellen, hat sich für Rita Hristovski zunächst zufällig ergeben: „Ich hab dort gearbeitet, beziehungsweise: Ich arbeite noch immer dort, wo ich die Ausstellung hatte. Und ich habe mitbekommen, dass die Chefin überlegt, wen sie als Nächstes ausstellt (…). Sie wusste, dass ich in einem Kunstzweig im BORG war und sie hat gefragt: ‚Rita, kennst du irgendwen von deinen Klassenkameraden, die gerne ausstellen wollen?‘“ Nachdem sie selbst einige ihrer Kunstwerke hergezeigt hatte, war klar: Die nächste Künstlerin, die ausstellen sollte, war sie. Doch neben den Bildern braucht eine Ausstellung entsprechende Organisation – vom Bewerben bis zur Durchführung – und dazu brauchte es Unterstützung.

Nach kurzer Recherche war klar, wer diese Unterstützung bieten konnte: Bright Young Things. Dabei handelt es sich um ein Programm zur Jugendkulturkoordination der Stadt Krems in Zusammenarbeit mit der Privatstiftung Sparkasse Krems sowie der Universität Krems. Dieses Programm unterstützt Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 27 Jahren, ihre künstlerischen Ideen und Projekte – welcher Art auch immer – in die Tat umzusetzen. Sowohl beratend als auch unterstützend, sowohl vernetzend als auch vermittelnd. Das Motto: „Du denkst dir etwas aus. Wir machen es möglich.“ Beschränkung, um welche Form der Kultur oder Kunst es geht, gibt es nicht. Ob Ausstellung, Theaterstück, Musikauftritt… „Wir lassen uns etwas einfallen, um deine Ideen Wirklichkeit werden zu lassen“ – so die Aussage auf der Tumblr-Page von Bright Young Things.

Rita Hristovski

Da dieses Programm bei der Verwirklichung von Rita Hristovskis Ausstellung helfen konnte, wurde der Kontakt zu Projektkoordinatorin Eva Kadlec aufgenommen. In der Folge wurden die Plakate gestaltet und die Informationen über die Ausstellung verbreitet. Rita Hristovski war nicht auf sich allein gestellt, wie sie erklärt: „Es war wirklich eine Zusammenarbeit von allen.“ So konnte sie das Hauptaugenmerk auf ihre Kunst legen. Angesprochen auf ihre Unterstützung, berichtet sie: „Also, ich glaub, es ist mit Bright Young Things einfacher, dass man’s wirklich macht. Oft denkt man sich: ‚Ja, wär schon cool. Aber wo fang ich an und wie mach ich’s?‘ Und ich denke, dass Bright Young Things ja dafür da ist (…). Da kann man Kontakt aufnehmen und einfach mal fragen, ob die da helfen würden.“

Und dann war er da, der Tag der Vernissage. „Es war aufregend, in der Tat“, berichtet Rita Hristovski. „Kunst auszustellen war schon irgendwie ein Lebenswunsch von mir. Dann dachte ich mir so: ‚Okay, jetzt passiert’s halt wirklich.‘“ Gleichzeitig habe sie auch ein wenig Angst gehabt, immerhin würden nun auch andere Leute ihre Bilder sehen. „Im Endeffekt hab ich dann einfach meine besten Freunde alle eingeladen, weil ich wollte, dass die dabei sind.“

Die Reaktionen auf die Bilder waren durchwegs positiv und eine Bestärkung für die junge Künstlerin: „Ich war sehr zufrieden mit dem Feedback. Es hat mich wirklich glücklich gemacht, dass so viele Leute vor allem immer auf dieselben Bilder gezeigt haben und gesagt haben: ‚Die find ich schön‘.“ Außerdem konnte sie einige ihrer Bilder aus der Ausstellung auch an Interessierte verkaufen. So habe eine Frau ein Kunstwerk für ihr Schlafzimmer, ein anderer Gast des Lokals habe ein Bild für seine Praxis gekauft. „Er hat gesagt, dass er in dem Bild eine Metapher sieht, die die innere Zerrissenheit von seinen Patienten zeigt“, schildert Rita Hristovski und zeigt sich glücklich über diese vielfältigen Resonanzen.

Überraschend war vor allem, wer Freude an den Bildern gefunden hat, wie sie erklärt: „Es hat mich oft überrascht, was für Leute die Bilder gut fanden, weil ich denke – oder dachte -, dass meine Kunst eher jüngere Leute anspricht; einfach nur, weil dieser Comic-Stil meistens nichts für Erwachsene ist. Aber, in fact: Die Bilder, die ich verkauft habe, habe ich an Leute über dreißig verkauft.“

Im Rückblick ist die Künstlerin zufrieden, die Ausstellung trotz begleitender Unsicherheit gewagt zu haben: „Es ist schön, wenn du die Reaktion von anderen kriegst. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, ich bin sehr stolz auf mich.“

Und was sie anderen rät, die ebenso gerne einmal ausstellen würden? „Do it! Ganz ehrlich: Was verliert man? Man kann nur an Einfluss und Ruhm gewinnen…“, meint sie mit einem Augenzwinkern und fügt hinzu: „Macht es einfach, es passiert nichts.“