LICHTFEST 2025- „Reflexion“
Reflexion bedeutete dieses Jahr von 6. bis 16. November beim LICHTFEST einerseits das Zurückgeworfenwerden von Licht, Schall und Wärme durch etwas. Andererseits wurde sie interpretiert als die Überlegung sowie das Nachdenken und das aufmerksame Betrachten. Damit wir Objekte und andere Dinge sehen können, muss das Licht zuerst an solchen reflektiert, also zurückgeworfen, werden. Dieser physikalische Zusammenhang wurde beim LICHTFEST in der Kremser Altstadt durch Installationen und Bilder künstlerisch dargestellt. Die Organisator*innen des LICHTFESTs strebten an, dass auch die Besucher*innen selbst beim Durchwandern die künstlerischen Werke aufnehmen, gedanklich reflektieren und sogar persönliche Visionen angeregt werden.
Ein weiterer Faktor der Reflexion stellt die jährliche Frequenz des LICHTFESTs dar: Mit diesem Jahr sind es fünf aufeinanderfolgende Jahre, in denen das LICHTFEST die Kremser*innen begeistern darf. An einigen Orten, die im Programmheft auf der Stadtkarte ersichtlich sind, gab es „Reflexionsorte“ als Erinnerung an die künstlerischen Darbietungen der letzten Jahre.
„Uns fasziniert das Licht, weil es im Moment seiner Erscheinung wirkt. Licht kreiert immer Stimmung. Oder anders formuliert: durch Licht erleben wir Menschen unterschiedliche Gemütszustände.“, meinten die Kurator*innen Jakob und Kerstin Wiesmayer über den Reiz zur Idee des LICHTFESTs. Krems wird jedes Jahr nun im November mit Licht- und Medienkunst bespielt, wobei die Architektur, Geschäfte und Gassen in neuem Licht erscheinen, das Neugierige anlockt. Alltägliche Wege werden zu neuen Entdeckungen. Einsame Orte zu erhellten Kunstwerken. Nochmaliges Hinsehen führt zu Erkenntnis und geistigem Wachstum.
Im jetzigen Zeitalter verbringen wir täglich mehrere Stunden vor kleinen hellen Bildschirmen - das LICHTFEST fordert dazu auf, die Umgebung genauer zu betrachten und sich Zeit zu nehmen für Kunstwerke im öffentlichen Raum. Eine wichtige Rolle spielt auch der „aha-Effekt“- die plötzliche Erkenntnis, etwas Neues und Besonderes entdeckt zu haben.
Künstler*innen die dieses Jahr ihren Beitrag zum LICHTFEST geleistet haben sind: Anne Glassner, Klaus Dieterstorfer, Rupert Huber, Alex Minichmair, Felix Minichmair, Peter Schönhardt, das Künstlerkollektiv „lightlayer“ und Theresa Hattinger. Während einige Stationen für die Besucher*innen interaktiv gestaltet waren, luden andere zum Betrachten und kurzem Innehalten ein.
Das leuchtende Archiv „Klick“ von Anne Glassner erhellte täglich von halb fünf bis halb neun die Ursulakapelle. Ein Besuch dorthin hatte nicht nur den Vorteil das selten geöffnete Gebäude zu betrachten, sondern auch die Installation zu bewundern. Kremser*innen konnten ihre Nachttischlampen für die Dauer des LICHTFESTs zusammentragen. Die besagten Gegenstände sind nicht nur Alltagsbegleiter*innen
sondern die Dauer des Leuchtens spiegelt Gedanken, Ängste, Hoffnungen und Träume wider.
Ein weiteres Highlight befand sich am Steinertor, neben der LICHTFEST -Zentrale. Das Künstlerkollektiv „lightlayer“ lenkte hier mit ihrem Werk den Blick auf die Architektur des Steiner Tors. Die Besucher*innen hatten die Möglichkeit sich vor den weißen Kiosk in der Altstadt in der Nähe des Steiner Tors zu stellen. Dort wurde das Gesicht eingescannt und auf die Mauer des Tors projiziert. Hier ging es um den Zustand des Daseins und dass die Interessierten ein Teil der Stadt und des Kunstwerks werden konnten.
Beim „Solar Synthesizer 4.0“ konnte man sich einen Kopfhörer aufsetzen und eine harmonische Klanglandschaft anhören, welche von einer oben befestigten Lichtquelle bestrahlt wurde. Durch das Beschatten der empfangenden Solarflächen mit den Händen, entstanden neue Töne oder leisere Klänge.
Kontrastreich gestaltete Bilder der Plakatserie „2,7 Sekunden“ waren an einigen Orten in Krems verteilt zu finden. Sie stammten von der Künstlerin Theresa Hattinger, die darauf aufmerksam machen wollte, kurz Innezuhalten und konzentriert die Umgebung wahrzunehmen. Laut Wissenschaft brauche das Gehirn diese bestimmte Anzahl an Sekunden, um die Gegenwart in Einheiten zu verarbeiten.
Salome Kremser (18), Schülerin des Piaristengymnasium Krems
Quellen:
Besuch beim Lichtfest
inhaltliche Korrektur des Textes durch eine der Organisator*innen, Kerstin Wiesmayer
Programmheft Lichtfest
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